„Gemeinsam ist wichtig!“ – MFG-Tagung „Gemeinsam Digital“ für Museen, 23.-24.6.2026

Die Tagung „Gemeinsam Digital. Kleinere Museen und ihr Publikum im Digitalen Wandel“, organisiert von der MFG im Hospitalhof Stuttgart ist schon wieder ein paar Tage her. Dennoch möchte ich ein paar Gedanken und Highlights dazu aufschreiben.

Ich fand es wieder toll, dass Mitarbeitende aus Museen aus ganz Baden-Württemberg, Österreich und Schweiz dabei waren. Mittlerweile kenne ich einige schon einige davon, so dass die Konferenz ein schönes Wiedersehen mit alten Bekannten ist.

Die Tagung war wieder toll organisiert, es gab tolle Inputs zu relevanten Themen rund um das Thema KI und Digitalisierung in Museen. Dazwischen war immer auch genügend Zeit zum Netzwerken und für den informellen Austausch. So bin ich zum Beispiel ins Gespräch gekommen mit Sophie Denk von den Künstlernachlässen Mannheim. Das ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich – wie der Name sagt – um Nachlässe von Künstlerinnen und Künstlern aus Mannheim und dem Rhein-Neckar-Dreieck kümmern.

Am Nachmittag des ersten Tages gab es eine Reihe von Workshops, da hätte ich mich am liebsten aufgeteilt und an allen teilgenommen. Da das aber leider nicht geht, habe ich mich für „Design für alle“ mit Matthias Knigge von der Agentur grauwert, die sich auf Inklusion in Museen spezialisiert haben.

Das habe ich aus diesem Workshop mitgenommen:

  • Ja, es gibt Normen und Gesetze, aber sie reichen nicht aus, um tatsächliche Partizipation von allen Menschen zu erreichen. Sie bilden die Basis, von aus die eigentliche Arbeit dann ansetzt.
  • Ja, es gibt Vielfalt – aber oft eher im Bereich der vielfältigen Stereotype und Klischees über Menschen mit Einschränkungen als im Bereich der tatsächlich gelebten Vielfalt. Dagegen muss man auch 2026 noch ankämpfen.
  • Design für alle ist im Idealfall attraktiv und leicht nutzbar für alle, egal ob mit oder ohne Einschränkungen.
  • Design für alle bietet allen einen Mehrwert und zwar für verschiedene Perspektiven und Bedürfnisse

Als kleine Hausaufgabe für mich selbst überlege ich zurzeit, wie eine Visitor Journey für Nutzer*innen von Leichter Sprache aussehen kann. Mehr dazu demnächst hier.

 

Was ich auch gemerkt habe: Leichte Sprache ist in Zeiten knapper Kassen und Budgets nicht mehr bei allen kulturellen Einrichtungen ganz oben auf der Liste. Die meisten möchten trotzdem barrierefrei arbeiten, steigen dann aber auch Einfache Sprache um, weil sich das kostengünstiger und mit Hilfe einer KI selbst inhouse machen lässt. Ich sehe das kritisch, denn dadurch fällt doch wieder eine relevante Nutzergruppe weg, die gerade dabei war, sich Wege in die kulturellen Einrichtungen hinein zu erobern. Da bin ich froh, dass es Einrichtungen wie z. B. das Zentrum für Kulturelle Teilhabe gibt, die genau solche Zugänge fördern.

Insgesamt war es eine schöne Tagung, bei der ich viel gelernt und gute Gespräche geführt habe. Freue mich auf das nächste Mal in zwei Jahren!

Bildquelle: MFG